ADOBE-Studie: "Deutsches Weihnachtsgeschäft wächst um rund 20 Prozent"


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Quelle: pixabay.com - Abbildung Public Domain bzw. gemeinfrei nach CC0 1.0 Universell (CC0 1.0) -
Bearbeitung: Michael Borchardt


München, 19.11.2018 - Wow, es gibt auch noch gute Nachrichten im Einzelhandel. Und die serviert uns dieser Tage mit Adobe ausgerechnet einer der kalifornischen Big Player in seinem „Adobe Holiday Retail Survey 2018“. 

Und es geht darin um keine Kleinigkeiten: die Kauflaune deutscher Konsumenten für Weihnachtsgeschenke wird hier mit durchschnittlich 674,- Euro markiert - rund 20 Prozent oder gut 100,- Euro mehr als im Vorjahr. Das sind die bislang grössten geplanten Ausgaben für’s Fest der Liebe hierzulande. 

Dass die Deutschen hinter den Briten (+ 5 Prozent auf nunmehr umgerechnet 2.344,- Euro) und den Franzosen (mit + 46 Prozent auf nunmehr 730,- Euro) nur den dritten Platz auf dem europäischen Ausgabentreppchen belegen, sei’s drum. 

Befragt wurden für die Online-Studie zwischen dem 24. und 29. Oktober 2018 mehr als 3.000 französische, britische und deutsche Konsumenten ab 18 Jahren, die ein Smartphone besitzen, davon mehr als 1.000 in Deutschland. 

Demnach sind die frühen Käufer von Weihnachtsgeschenken (45 Prozent) denn auch bereits in diesen Tagen auf der Pirsch, um ihre „Lieblingsstücke“ zu ergattern. 86 Prozent der Konsumenten wollen ihre Weihnachtsbesorgungen bis Mitte Dezember erledigt haben. Soviel zu den optimistischen Perspektiven der Studie. 

Weniger optimistisch dürfte den stationären Handel stimmen, dass gemäss der Adobe-Umfrage mit 53 Prozent mehr als die Hälfte des Budgets der deutschen Weihnachtseinkäufe ins Internet fliessen sollen (Frankreich 49 Prozent, Grossbritannien 56 Prozent). 

Davon profitiert nun auch erwartungsgemäss weniger der kleine Webshop des kleinen Einzelhändlers, sondern v.a. die grossen Player im E-Commerce: Amazon, eBay & Co. dürfen demnach mit gut einem Viertel (26 Prozent) der deutschen Weihnachtseinkäufe rechnen, dabei schielen unsere preissensiblen deutschen Einzelhandelskunden zusätzlich noch auf (vermeintliche) Superschnäppchen rund um den „Black Friday“ (23.11.) oder den Cyber Monday (19.11.) bzw. die Cyber Monday Woche (19.-26.11.). 

Was sind die wichtigsten Argumente für die Einkäufe der Weihnachtsgeschenke im Netz?

  • guter Preis (29 Prozent)
  • stressfreier Einkauf (18 Prozent)
  • grosse Produktvielfalt (17 Prozent)

Und Last-Minute-Shopper schätzen der Adobe-Studie zufolge v.a.

  • schnelle 24-Stunden-Lieferung (59 Prozent)
  • Abholen der im Netz bestellten Artikel im stationären Geschäft (Click & Collect) (31 Prozent)

Jamie Brighton, Head of Product & Industry Marketing bei Adobe EMEA erläuternd:

„ Verbraucher in ganz Europa planen, mehr denn je in der kommenden Weihnachtszeit auszugeben. Für den Online-Handel bedeutet das vor allem eines: Ein weiteres Rekordjahr steht vor der Tür, wenn sie das Weihnachtsgeschäft richtig angehen. Noch nie war es für den Handel so wichtig, ein digitales Kundenerlebnis zu realisieren, das den steigenden Erwartungen der Konsumenten gerecht wird. Auch wenn der Preis beim Weihnachtseinkauf für viele Kunden eine wichtige Rolle spielt: Das Shopping-Erlebnis macht den Unterschied! Insbesondere für Marken, die nachhaltig Loyalität aufbauen wollen, damit die Kunden nach dem Weihnachtsfest wiederkommen.‘ "  

Neben den gewonnenen Einsichten über die favorisierten Einkaufskanäle und dem damit verbundenen weiteren Bedeutungsverlust des stationären Handels ist ein weiteres Ergebnis des Adobe-Surveys bemerkenswert. Knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) möchte die Einkäufe über’s Smartphone bzw. mobile Shopping-Apps tätigen (bei den ums Jahr 2000 Geborenen - den Millennials - sind es sogar 60 Prozent). Auch soziale Medien spielen bei der Geschenkeauswahl eine bedeutsame Rolle: 

  • Nutzung sozialer Medien bei der Inspiration bzw. Suche nach dem richtigen Geschenk (27 Prozent - Millenials 50 Prozent)
  • Checken der Produktbewertungen anderer Nutzer bzw. Käufer (38 Prozent)
  • Recherchieren von Weihnachtswünschen in den Social Media-Profilen von Freunden und Familie (36 Prozent)
  • Nutzen von Chatbots bei der Beratung (11 Prozent)

Mit 48 Prozent der Befragten haben knapp die Hälfte der Konsumenten eine ungefähre Idee zu den passenden Geschenken; haben sich jedoch noch nicht festgelegt. Je ein Viertel der Deutschen geht anhand einer Geschenkeliste mit Deadlines für den Einkauf auf die Jagd nach den Weihnachtspräsenten, etwas mehr (27 Prozent) lassen sich jedoch von spontanen Angeboten überraschen. 

Und - praktisch sollen die Geschenke denn auch noch sein. So sehen es 70 Prozent der Befragten. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie einen Satz Winterreifen, eine Bohrmaschine oder einen Hightech-Staubsauger inkl. HEPA-Hygiene-Ausstattung unter dem Christbaum finden.

Spannend und ergänzend zum Set der (begleitenden) Online-Befragung noch einige Anmerkungen von Adobe zum Einsatz künstlicher Intelligenz im Rahmen des Surveys:

„Die aktuelle Holiday Retail Survey 2018‘ ist bereits die vierte Studie von Adobe rund um die Weihnachtsausgaben und Kaufgewohnheiten weltweiter Konsumenten. Darin wurden mit Hilfe von Adobe Sensei, dem Framework für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen von Adobe, relevante Retail Insights identifiziert, die auf Billionen von Datenpunkten in der Adobe Analytics und Magento Commerce Cloud, einem Teil der Adobe Experience Cloud, basieren. Nur die Analyse von Adobe umfasst Einzelhändler in über 50 Warengruppen, die von der Magento Commerce Cloud unterstützt werden, um einen genauen Überblick über das Online-Shopping in Europa zu erhalten. Die Adobe Experience Cloud verwaltet jährlich mehr als 200 Billionen Datentransaktionen."

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