Gelnhausen bekommt ein Outlet-Center

Innenatmosphäre des geplanten Barbarossa City Outlets - CAD-Studie: Blocher Blocher Partners, Stuttgart


Gelnhausen, 24.6.2016 - Lange zogen sich die Verhandlungen zwischen der Stadt und verschiedenen Investoren über ein innerstädtisches Outlet-Center in Gelnhausen hin. 

Nun ist klar: im früheren Kaufhaus Joh sowie einem angrenzenden Gebäude entsteht ein Outlet-Center mit 50-60 Geschäften - jedes davon wird für eine einzelne Marke stehen.

Wie bei solchen Outlets üblich, werden dort ab Frühjahr 2018 Ware der letzten Saison, B-Ware oder Rückläufer angeboten. 

Die Freude bei den Händlern der Innenstadt über die geplante Neuansiedlung hält sich verständlicherweise in überschaubaren Grenzen; wenn ein solches innenstadtnahes Outlet-Center auch ein Novum im hessischen Einzelhandel darstellt. 

So hoffen denn sowohl Bürgermeister Thorsten Stolz (SPD) als auch der Wilhelmshavener Investor Jan D. Leuze, dass das in fussläufiger Entfernung von der Innenstadt geplante „Barbarossa City Outlet“ vom regen Kunden- und Passantenaustausch mit der Innenstadt profitieren wird - und umgekehrt. 

Wie bei solchen Projekten üblich, wird die Zukunft aller Beteiligter in den rosigsten Farben geschildert; Vorteile und win-win-Situationen, wohin man blickt. 

Die Realität sieht häufig anders aus. Outlet-Center sprechen schon aufgrund ihres Konzepts überwiegend Schnäppchenjäger an, die z.T. auch gerne mit Reisebussen zum Shoppen angekarrt werden. Ob dann nach der Power-Shopping-Tour im Outlet-Center diese Kunden noch Lust, Musse und Geld für einen Abstecher in die Innenstadt haben, ist fraglich. 

Bürgermeister Stolz berichtet davon, dass bis zu seiner Schliessung im September 2013 das damalige Kaufhaus Joh bis zu 20.000 Besucher am Tag angezogen habe. Diese fehlten der Innenstadt in der Folge. So entschloss man sich an der Stadtspitze, in der Zwangsversteigerung des alten Kaufhaus-Gebäudes mitzubieten und erhielt im vergangenen Jahr auch für rd. 2,15 Mio. Euro den Zuschlag - und verkaufte an den Investor aus Norddeutschland weiter.

Der gibt sich hingegen pragmatisch. Auf der grünen Wiese würden keine neuen Ladenzentren mehr genehmigt - also verfolge er den Plan eines innerstädtischen Outlet-Centers. Als Einzugsgebiet sehe er den Umkreis von einer Stunde Fahrzeit - also von Fulda bis in den Osten Frankfurts. Bei der Ausstattung des Barbarossa-Centers will sich Leuze an modernen Einkaufszentren orientieren: Parkplätze, Restaurants und Imbisse - zur Kinzig hin ausgerichtet, einladende Einkaufsatmosphäre und Spielflächen für die Kleinen. Das kennen wir bereits von anderen innenstadtnahen Einkaufszentren - der Austausch mit dem historischen Zentrum Gelnhausens dürfte deshalb deutlich unter den optimistischen Erwartungen bleiben - aber das kann Leuze letztendlich für den Erfolg seines Projekts auch egal sein.

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