HEIMTEXTIL 2017 - positive Ausblicke zum Auftakt der Frankfurter Messesaison / fast 70.000 Besucher in vier Tagen


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Quelle: Messe Frankfurt

 

Frankfurt am Main, 10.1.2017 - Nachdem in München mit der TRENDSET bereits die erste Konsumgütermesse des Jahres über die Bühne gegangen ist, eröffnet Frankfurt die hiesige Messesaison mit der HEIMTEXTIL 2017 (10.-13. Januar 2017).

Sie gilt nach den einführenden Worten Detlev Brauns, des Geschäftsführers der Messe Frankfurt, nach wie vor als Leitmesse und Frühindikator für das gesamte Messejahr 2017. Nicht zuletzt, weil hier weniger für die jeweils bereits laufende Produktsaison, sondern vielmehr für die künftigen Kollektionen in 2018 die Farb- und Materialtrends gekoren werden.

Allerdings expandiert auch der Textilbereich der Messe Frankfurt stark ins Ausland: so findet im Oktober diesen Jahres erstmals eine von der Frankfurter Messe mitgestaltete Veranstaltung auf dem afrikanischen Kontinent statt - im äthiopischen Addis Abeba: „Texworld, Apparel Sourcing & Texprocess“.

Stolz schwingt jedoch auch bei den 2016 im Vergleich zu 2015 um 17 Prozent gestiegenen Umsatzerlösen von 640 Millionen Euro mit - sicherlich im derzeit international schwierigen Messeumfeld eine gute Leistung. Frankfurt hält damit international die Spitze bei den Messeveranstaltern mit eigenem Messegelände - international ist sie bei den Top 3 dabei. Das Ergebnis, das ja auch die Stadt Frankfurt und das Land Hessen als Eigentümer der Messegesellschaft freut, konnte im gleichen Zeitraum von 52 Millionen Euro auf nunmehr 60 Millionen Euro zulegen.

Dazu gehören zur Abrundung auch noch folgende Eckdaten:

  • Zahl der Aussteller weltweit auf Frankfurter Messen: 92.500
  • Fachbesucher: rund 3,5 Millionen (+10 Prozent)
  • 138 veranstaltete Messen 
  • Inbetriebnahme der neuen Halle 12 zur Automechanika 2018

Allerdings waren in der Vergangenheit die Zahlen und Rahmenbedingungen für den Messe-Textilbereich nicht immer so rosig - auch hierauf verweist Braun selbstkritisch.

Vor zehn Jahren wurde in den Entscheidungsgremien denn auch ernsthaft überlegt, aus dem Bereich der Textilmessen komplett auszusteigen.

Zur aktuellen Messe, der HEIMTEXTIL, schauen die Eckdaten gänzlich anders aus: Sie gilt  der Fläche nach als grösste Textilmesse der Welt und hat heuer eine Ausstellerzahl von 2.963 (+ 4 Prozent zu 2016) - sie kommen aus 67 Ländern.

Bundesweit steht dahinter eine Industrie im Heim-/Haustex-Bereich, die im vergangenen Jahr 2016 immerhin 12 Milliarden Euro umsetzen konnte, stark mittelständisch geprägt und auf vier Bundesländer regional konzentriert ist: Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen - erläuterte Martin Auerbach, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Heimtextil-Industrie e.V. 18.000 Beschäftigte finden hier hier Auskommen; die Exportquote liegt bei 28 Prozent.

Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt ging auf die Ergebnisse einer von der Messe Frankfurt bei der GfK in Auftrag gegebenen Kundenbefragung bei 7.000 Haushalten zum privaten Konsum bei Wohntextilien ein - demnach ist hier ein Plus von 5 Prozent zu verzeichnen. Mehr als 70 Prozent des Umsatzes werden dabei (noch) im stationären Handel erzielt; Möbelhäuser haben wie erwartet auch in diesem Bereich ein überdurchschnittliches Wachstum aufzuweisen und können somit dem innerstädtischen Handel weitere Umsätze abnehmen. Kurios mutet auf dem ersten Blick an, dass Wohntextilien zunehmend auch den Bekleidungshandel ergänzen - denkt man jedoch an die zunehmende Zahl von segmentübergreifenden Concept Stores, so erklärt sich diese Tatsache (Quelle: GfK Consumer Panel Fashion, Dezember 2015 - November 2016 / Dezember 2014 - November 2015 und Zeitreihe 2008 - 2016).

Die Kollegen von Möbelkultur online weisen zudem in einem Beitrag zur HEIMTEXTIL vom 10.1.2017 auf das Boomsegment Gardinen, Sicht- und Sonnenschutz hin, in dem 2018 wohl die 3 Milliarden Euro-Umsatzgrenze fallen dürfte. So berichten sie :

„Für den Gardinen-, Sicht- und Sonnenschutzmarkt kann getrost von guten Zeiten gesprochen werden. Allein rund 14 Mio. vermarktete Fenstereinheiten (plus 4,2 %) stärkten das dynamische Wachstum der Branche, das Marketmedia24 für 2016 auf plus 5,6 Prozent beziffert. Damit ist dieser Markt gut 2,9 Mrd. Euro zu Endverbraucherpreisen wert. Und die Prognose verspricht eine Verstetigung des Wachstums. So herrscht Zuversicht am Vortag der Heimtextil Messe in Frankfurt: ‚Die Stimmung ist geprägt von positiver Anspannung und Vorfreude auf eine inspirierende Heimtextil und ein erfolgreiches Geschäftsjahr‘, unterstreicht Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies.

Die Marktdaten für Gardinen, Sicht- und Sonnenschutz kennen für das Jahr 2016 fast nur Gewinner. Denn gegenüber dem Vorjahr haben bis auf den gewirkten Gardinenstoff alle Teilmärkte zugelegt. So erwirtschaftete allein die größte Warengruppe - die konfektionierten Gardinen - ein Umsatzplus von 7,7 Prozent. Auch das zweitwichtigste Produkt, die Rollos, profitierten von der gestiegenen Nachfrage, schloss das Jahr mit einem Umsatzplus von 4,3 Prozent. Aber nicht nur die Rechnung mehr Fenster gleich mehr Gardinen hat dazu beigetragen. ‚Das verdichtete Bauen, immer größer werdende Glasflächen schenken wie der generell spürbare Wunsch nach Wärme, Geborgenheit und individueller Raumgestaltung den Fensterkleidern neue Aufmerksamkeit‘, so Sonja Koschel, Inhaberin von Marketmedia24.

Außerdem steigt die Sensibilität für die energetischen Wirkungen von Sicht- und Sonnenschutz, der Heizenergie sparen und Sonnenhitze stoppen soll. Generell sind Innovation, Bedienkomfort und Funktionalität wirksame Marktmotoren. Vor diesem Hintergrund sind die Marktanalysten von Marketmedia24 sicher, dass das Marktvolumen für Gardinen, Sicht- und Sonnenschutz bis 2018 noch einmal zulegen und die 3 Mrd. Euro Marke überschreiten wird.“

Im Detail entwickelten sich die einzelnen Segmente im Bereich Gardinen, Sicht- und Sonnenschutz einer aktuellen Pressemitteilung von marketmedia24.de in den vergangenen fünf Jahren sehr dynamisch:

Quelle: Marketmedia24, Köln


Seit der Neuausrichtung der HEIMTEXTIL 2009/2010 konnte sich die Messe überaus positiv entwickeln, obwohl sie im Frühjahr mit der Kölner imm Möbelmesse und der Pariser Konsumgütermesse MAISON & Objet konkurriert - beide „räubern“ auch im Bereich der Heim- und Haustextilien.

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Quelle: Messe Frankfurt


Besonders gespannt dürfen die Besucher auf die diversen Sonderflächen und Ausstellungsschwerpunkte sein:

  • Design Live - „weltweit grösste Plattform für Textildesign“ 
  • New & Next - Raum für Newcomer und Start-Ups
  • digital print technology
  • retail: Impulse für den Einzelhandel
  • Meine Heimtextil - „Service-Offensive für Fachbesucher“ aus D-A-CH
  • Theme Park 2017/2018 - „Explorations“

Als diesjähriger Stargast der Messe präsentierte sich sehr sympathisch Eva Padberg, die nicht nur als internationales Top-Model berühmt wurde, sondern heute auch Erfolge als Sängerin und Textildesignerin feiert.

Ihre erste mit der Designerin Katja Will kreierte Wohlfühl-Kollektion „CE’NOU“ startete bei eBay - aktuell findet man die Kreationen der beiden Freundinnen und Kolleginnen exklusiv bei Home24 online.

Übrigens: wer sich als Besucher oder Aussteller auf den traditionellen Messesamstag freut - und auf die Off-Veranstaltung „HEIMTEXTIL goes City“ - gespasst - ist (ab) 2017 leider ersatzlos gestrichen.

UPDATE 13.1.2017 - Schlussbericht der Messe Frankfurt zur HEIMTEXTIL


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